Die Gewaltspirale durchbrechen
Initiativen gegen Gewalt an Frauen und Kindern (if Magazin für Sie, Dezember 2011)
Landesrätin Mag.a
Karin Scheele: Jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen
Gesundheitswesen muss als erste Anlaufstelle für Opfer stärker sensibilisiert werden
Interdisziplinäre Ringvorlesung an der Medizinischen Universität Wien, Wintersemester 2011/12 während der Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen
Hörsaal des Departments für Gerichtsmedizin, Sensengasse 2, 1090 Wien, LV-Nr.: 304.000
25. November bis 9. Dezember, 16 bis 19 Uhr
Lehrveranstaltungsleitung: Ao.Univ.-Profin Drin Andrea Berzlanovich, Department für Gerichtsmedizin, MedUni Wien in Kooperation mit dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Das Vorlesungsprogramm zum Download als PDF:
http://www.aoef.at
Auftaktveranstaltung:
25. November im Wiener Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien:
17:30 Uhr: Einlass
18:30 Uhr: "Gewalt an Frauen: Umsetzung der Konvention gegen Gewalt an Frauen", Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek
und Mag.a Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome
Österreichische Frauenhäuser
Anschließend: Präsentation der Ringvorlesung, Spendenübergabe und offizieller Abschluss der Kampagne "Unschlagbar"
der Bundesjugendvertretung
Ab 20:30 Uhr: Ausklang bei Buffet und DJ
Schriftliche Anmeldung unter: unschlagbar@jugendvertretung.at
Interdisziplinäre Ringvorlesung
28. November, 16 bis 19 Uhr, Hörsaal des Departments für Gerichtsmedizin:
Mag.a Maria Rösslhumer, Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
und Ao.Univ.-Profin Drin
Andrea Berzlanovich, Department für Gerichtsmedizin, MedUni Wien
Einführung in das Thema "Häusliche Gewalt"
Mag.a Drin Barbara Schleicher, Gesundheit
Österreich GmbH/Geschäftsbereich ÖBIG
Diagnose "Häusliche Gewalt"
Sabine Eder, DGKS, Opferschutzgruppe der Unfallchirurgie, AKH
Opferschutz im Krankenhaus
29. November:
Susanne Pusch, Opferschutzgruppe Polizei
Umgang mit Gewalt in der Privatsphäre aus Sicht der Polizei
MMag.a (FH) Ruth Hauser,
DSAin Constanze Hölzl, Mag.a
(FH) Eva Huber und Christa Lukas, Frauenhaus Wendepunkt Wr. Neustadt
Alltag im Frauenhaus
30. November:
Univ.-Profin Drin Birgit Sauer,
Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Intersektioneller Gewaltbegriff
Ao.Univ.-Profin Drin
Andrea Berzlanovich, Department für Gerichtsmedizin, MedUni Wien
Häusliche Gewalt: Erkennen und dokumentieren und helfen
1. Dezember:
Rosa Logar, M.A., Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie
Interventionssysteme bei häuslicher Gewalt
Mag.a Drin Gondi Kunz, Verein Wiener Frauenhäuser
Kinder als Zeuginnen und Zeugen und Betroffene von häuslicher Gewalt
2. Dezember:
Anneliese Erdemgil-Brandstätter, DPGKS, Beratungsstelle
Kassandra
Die effektive Intervention im Gesundheitssystem
Angela Ivezic, DSAin, Beratungszentrum für Migranten
und Migrantinnen
Migrantinnen und Gewalt:Rechtliche Rahmenbedingungen in Österreich in Bezug auf Aufenthalt und Beschäftigung
5. Dezember:
Mag. Romeo Bissuti, White Ribbon Österreich
Männlichkeit und Gewalt
Ass.Profin Mag.a Drin
Katharina Beclin, Institut für Strafrecht und Kriminologie, Universität Wien
Rechtliches Instrumentarium zum Schutz vor Gewalt im sozialen Nahraum
6. Dezember:
Drin Birgitt Haller, Institut für Konfliktforschung
Studien zu Partnergewalt gegen ältere Frauen und/oder zu Beziehungsmorden
Dr. Heinrich Kraus, Männerberatung Wien und Barbara Ille, DSAin,
Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie
Das Wiener Anti-Gewalt-Training
9. Dezember:
Prüfung
Die Anmeldung für Studierende der Medizin erfolgt über das Med Campus System.
Für Studierende anderer Fachrichtungen und Interessierte ist eine schriftliche Anmeldung unter
andrea.berzlanovich@meduniwien.ac.at erforderlich.
Nähere Informationen:
www.aoef.at
Website zur Kampagne
http://jugendvertretung.at
"Unschlagbar" der Bundesjugendvertretung Website des Departments für Gerichtsmedizin http://www.meduniwien.ac.at
Kampf gegen Gewalt
Jede vierte Frau in Österreich hat schon mehrfache körperliche und sexuelle Gewalt erlebt. Dass diese täglich stattfindende Menschenrechtsverletzung nicht länger als persönliches Problem einer Frau abgetan wird, dafür setzt sich Anneliese Erdemgil-Brandstätter nun schon seit 20 Jahren erfolgreich ein.
Moderne Familienpolitik - Besuchsrecht und Obsorge
Montag, 4. Juli 2011 19:00 Uhr
Ort: Wiener Neudorf (Christoph Migazzi-Haus, Schlossmühlplatz 1)
Österreich 2020 Zukunftsdiskurs mit Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Mag.a Doris Täubel-Weinreich, DPGKS Anneliese Erdemgil-Brandstätter, Andreas Kollross
Das Thema Obsorge wird in Österreich sehr emotional diskutiert. Das Wichtigste bei den Fragen um Besuchsrecht und Obsorge ist "Was ist gut fürs Kind?" Besonders in jenen Fällen, wo es im Zuge der Trennung, Streit und Konflikte zwischen den beiden Elternteilen gibt, kann die "automatische, gemeinsame Obsorge" keine adäquate Lösung sein.
Hierzu können Sie mit Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Mag.a Doris Täubel-Weinreich (Familienrichterin), DPGKS Anneliese Erdemgil-Brandstätter (Frauenberatungsstelle "Kassandra"), Andreas Kollross (Kinderfreunde Niederösterreich) persönlich diskutieren.
Im Anschluss laden wir zu einem kleinen Imbiss!
Wann: Montag, 4. Juli 2011, 19:00 Uhr
Wo: Christoph Migazzi-Haus, 2351 Wiener Neudorf, Schlossmühlplatz 1
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Quelle: http://oe2020.at/home/veranstaltungen/72
Scheele/ Erdemgil-Brandstätter: Gewalt gegen Frauen kostet uns jährlich 5 Milliarden Euro
Jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen, Gesundheitswesen erste Anlaufstelle für Opfer
Häusliche
Gewalt ist weltweit eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder. Häusliche Gewalt kennt keine kulturellen
oder religiösen Grenzen und zieht sich durch alle Gesellschafts-schichten und Altersgruppen. Häusliche Gewalt ist
männliche Gewalt. In Österreich ist männliche Gewalt für jede vierte in einer Beziehung lebende Frau traurige Realität.
"Trotz dieser erschütternden Fakten ist Gewalt in der Familie noch immer ein Tabuthema, stellt uns vor dringende gesundheitspolitische Herausforderungen und wird zunehmend zum ökonomischen Problem", so Gesundheitslandesrätin Mag.a Karin Scheele. Gemeinsam mit Anneliese Erdemgil-Brandstätter, Leiterin der Frauenberatungsstelle Kassandra, fordert sie daher eine intensive Auseinandersetzung des öffentlichen Gesundheitswesens mit Möglichkeiten zur Früherkennung von Gewalterfahrungen.
Gesundheitslandesrätin Scheele verdeutlicht: "Die gesundheitlichen Auswirkungen von Gewalt an Frauen und Mädchen sind vielfältig: Körperliche Verletzungen, psychosomatische Erkrankungen, psychische Beeinträchtigungen und die Flucht in gesundheitsgefährdende Überlebensstrategien wie Drogenkonsum oder selbstverletzendes Verhalten bis hin zum Suizid." Die erste Anlaufstelle für Gewaltopfer sind daher noch vor Frauenberatungs- und Zufluchtseinrichtungen in der Regel Ärztinnen und Ärzte sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen. "Viele betroffene Frauen sprechen die erlittene Gewalt nicht von sich aus an, sie tendieren dazu diese zu verheimlichen. Ohne entsprechende Sensibilisierung und Qualifikation des medizinischen Personals durch Schulungen im Erkennen von Gewaltfolgen und im geeigneten Umgang mit der Problematik kommt es häufig zu teuren wie sinnlosen Übermedikalisierungen und Fehl- bzw. Unterbehandlungen der Patientinnen", erläutert Anneliese Erdemgil-Brandstätter, seit zehn Jahren Koordinatorin des NÖ Schulungsprojekts "Gewalt gegen Frauen". Sie fordert seit Langem die Implementierung spezieller Schulungsprogramme in die Ausbildung von Gesundheitsberufen sowie die, in einer Umfrage unter Betroffenen mit großer Mehrheit befürwortete, verpflichtende ärztliche Frage nach Gewalterfahrungen bei der Anamnese.
Die Dringlichkeit dieser Forderungen und das bereits in Regierungsvorlage befindliche Vorhaben der Einrichtung von Opferschutzgruppen in Krankenhäusern werden durch nationale wie internationale Studien zu den erheblichen gesamtgesellschaftlichen Folgekosten von Gewalt gegen Frauen zusätzlich untermauert: Allein die direkt dem österreichischen Gesundheitsbereich zugerechneten Kosten für ärztliche Versorgung, Krankenhausaufenthalte, Medikamente und Psychotherapie belaufen sich auf knapp 14 Millionen Euro jährlich. Die Kosten für Jugendwohlfahrt, Justiz, Polizei, Fraueninterventionsstellen etc. addiert, ergeben einen jährlichen Aufwand von etwa 78 Millionen Euro. Schätzungen gehen laut Scheele und Erdemgil-Brandstätter davon aus, dass allein in Österreich sämtliche wirtschaftliche Folgekosten, einschließlich des Bereichs der Erwerbsarbeit, also Arbeitsentgang, Krankenstände, Invalidität etc., bis zu 5,3 Milliarden Euro ausmachen könnten. Landesrätin Karin Scheele weiter: "Ich möchte nicht daran denken, was wir mit diesem Geld im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich alles umsetzen könnten. Nicht nur deshalb müssen die geforderten Maßnahmen zur besseren Früherkennung häuslicher Gewalt rasch umgesetzt werden. Es geht dabei vor allem um leidvolle persönliche Schicksale und darum wie wir mit Opfern häuslicher Gewalt umgehen."
Datum: 19. März 2011
Beginn: 14 Uhr
Treffpunkt: Schwarzenbergplatz
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.20000frauen.at
